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TIPP DER REDAKTION

Eigenbedarf

Der Eigenbedarf im Mietrecht beschreibt einen Kündigungsgrund seitens des Vermieter an seinen Mieter. Damit die Kündigung aufgrund von Eigenbedarf zulässig ist, muss sie begründet und nachgewiesen werden können. Dafür reicht der einfach Wunsch, die Wohnung selbst zu bewohnen, nicht aus. Der Vermieter muss demnach nachvollziehbare Gründe haben wieso der Mieter die Wohnung verlassen soll, um Platz für den Vermieter zu schaffen.

Die Kündigung wegen Eigenbedarf muss bei dem Mieter schriftlich eingehen. In der Kündigung muss genau erklärt werden für wen die Wohnung geräumt werden soll und aus welchem Grund. Der Mieter hat das Recht einen Widerspruch gegen die Kündigung wegen Eigenbedarf einzulegen. So kann das Mietverhältnis im Härtefall noch etwas herausgezögert werden.

Gründe für den Eigenbedarf sind:

  • Der Vermieter benötigt die Mietwohnung für sich, für einen Familienangehörigen oder eine Person aus seinem Hausstand, wie eine Pflegekraft. Familienangehörige sind neben Eltern und Kindern auch Geschwister, Enkel und sogar Nichten/Neffen.
  • Der Vermieter benötigt die Mietswohnung als Altersruhesitz.

Besitzt der Vermieter allerdings eine ähnliche Wohnung im selben Haus, muss er, bestehen keine besonderen Gründe (beispielsweise Wohnen im Erdgeschoss wegen Barrierefreiheit), diese beziehen. Auch wenn durch die normale Kündigungsfrist eine alternative Wohnung im Haus frei wird, kann die Kündigung wegen Eigenbedarf ungültig werden.

Sollte der Vermieter dem Mieter bei Kündigung wegen Eigenbedarf nicht vorschlagen, dass der Mieter die Möglichkeit hat in eine ähnliche Wohnung im Haus zu beziehen, kann die Kündigung dadurch unwirksam werden.

Schadensersatz fällt sogar an, wenn der Vermieter den Eigenbedarf vortäuscht. In diesem Fall hat der Vermieter für Renovierungskosten, Umzugsgebühren, Maklerprovisionen und höhere Mietausgaben in der neuen Wohnung des Mieters aufzukommen.